Pfullendorf

Fakten und Zahlen, Namen und Beschreibungen stammen aus der offiziellen Ortschronik. Diese Chronik setzt sich zum größten Teil aus den Sammlungen der Ortspfarrer zusammen. Aus diesen wurden die wichtigsten und interessantesten Fakten niedergeschrieben.

Chronik Pfullendorf 1166 - 1902 Jahr

  • Historische Schreibweisen des Ortsnamens: Phullendorf, Phollendorf, Pholndorph, Pholindorf, Pholndorf, Phalndorf, Phalindorf, Phalendorf, Phalndorph.
  • 1166 erste urkundliche Erwähnung des Ortes Phullendorf.
  • ab dem Jahre 1297 sind die Herren von Wangenheim Erb- und Obergerichtsherren im Orte
  • Die Gebrüder Ritter Berthous, Albertus und Reinhard von Utenrode schenken dem Kreuzkloster zu Gotha eine 1/4 Hufe (altes Sächsisches Maß =120000 m²) Land  in Vurthe, einem Dörfchen, dass neben Pfullendorf lag. Die Lehnsherren von Wangenheim gaben 1310 ihre Genehmigung dazu. (Zu dem Ort Vurthe gibt es leider keine weiteren Überlieferungen. Die Lage des Ortes ist bis heute nicht bekannt.)
  • Das Kloster in Gotha bekam 1326 von Friedrich und Albert von Wangenheim einen von 6 Mark auf 8 Hufen (altes Sächsisches Maß =120000 m²) in Phalndorf.
  • Im Jahre 1378 wird der Ort beim Amt Gotha mit der Verpflichtung erwähnt, ein Quantum Getreide als Wegmiete zu zahlen
  • Weitere Zinsen auf Pfullendorfer Ländereien sind 1410 und 1427 aufgeführt.
  • Das Dorf war mit so vielen Frohnen belegt, wie kein anderes Wangenheimisches Dorf. Die Einwohner mussten bei Bauten und Reparaturen des Stammhauses in Wangenheim Hand- und Spannfrohnen verrichten, und sogar die Frauen waren verpflichtet, jederzeit, so oft es verlangt wurde, im Stammschloß zu scheuern und den Sand dazu mitzubringen.
  • Auch Pfullendorf hatte Streit mit der Stadt Gotha, um das geliebte Bier. 1537    
  • 1541 ist die alte Pfullendorfer Kirche mit dem Namen "Zur lieben Frauen" genannt. 1831 - 1832 wurde sie durch eine neue Kirche ersetzt.( weiteres zur Kirche in späteren Epochen)
  • Unter den evangelischen Pfarrern ist M. Peter Glaser hervorzuheben, der im Jahre 1667 der Gemeinde als Pfarrer bestimmt wurde. Dieselbe verweigerte aber seine Annahme, "weil es ihm an geraden Gliedern mangele und weil er einen eingebogenen Hals habe und ihren schwangeren Weibern schaden könne". Die Herren von Wangenheim verboten aber die Einwendungen der Gemeinde gegen diesen Pfarrer und drohten mit 50 Rthlr. Strafe. Glaser starb 2 Jahre später.
  • Der Turm der in der Mitte der Kirche steht wurde 1703 und 1863 saniert.
  • Das Pfarrhaus stammt aus dem Jahre 1718.   Wurde 1753, 1819, 1849 und 1881 saniert.
  • Auf dem Turm hängen zwei Glocken, die beide 1728 gegossen wurden. Die Größere sprang und wurde 1839 umgegossen.
  • Das Schulhaus ist 1748 neu aufgeführt und in den Jahren 1837 und 1849 ausgebessert worden.
  • Am 30. Juli 1757 war der Ort von einem schrecklichen Gewitter betroffen. Es hagelte mit Taubenei großen Körnern. Der Schaden am Getreide in der Pfullendorfer Flur wurde mit 5736 Gulden geschätzt.
  • Am 5. März 1788 zerstörte ein Brand 7 Häuser und 8 Scheunen.
  • 1831 - 1832 wurde die St. Bonifatius - Kirche in Pfullendorf neu gebaut.
  • 1840 wurde die Strasse zu Mühle Bufleben ausgebaut.
  • Zwischen Pfullendorf und Hausen liegt ein ehemals gemeinschaftlich genutztes Koppelrieth. Dieses wurde am 9. November 1845 so geteilt, dass Hausen 13/28 und Pfullendorf 15/28 erhielt.
  • 1847 wurde mit dem Bau der Strasse nach Gotha begonnen. 1851 war die Strasse bis zur Bahnhofstrasse fertig.
  • 1852 wurde das Spritzenhaus saniert. Im selben Jahr stiftete Johann Friedrich Marksohn einen gläsernern mit Bronze verzierten Kronleuchter mit 8 Lichtern. (Er hängt noch heute in der Pfullendorfer Kirche)
  • Im Jahre 1858 wurde Pfullendorf dem gothaischen Amte zugeordnet. Die Justiz wurde von der Verwaltung getrennt und das Gothaer Landratsamt gegründet.
  • 1863 war die Mauer an der nördlichen Seite des Kirchturmes gerissen und mußte neu aufgeführt werden. Am 25. Oktober 1863 wurde der neue Turmknopf von Kupferschmied Mälzer aus Gotha gefertigt. Nebst der verschönerten Fahne wurde er wieder aufgesetzt.
  • 1865 wurde die Zusammenlegung der Grundstücke in der Pfullendorfer Flur beendigt. In diesem Zusammenhang wurde von 1863 - 1864 die Nesse begradigt.
  • Am 24. Juni 1866 kamen 250 Mann Preußen zur Einquartierung in den Ort. Am anderen Tag zogen sie weiter in Richtung Langensalza. Am 27. Juni begann dann die Schlacht zwischen Preußen und Hannoveraner. Den Kanonendonner konnte man deutlich im Ort vernehmen. Am 28. Juni nahmen 1200 Preußen im Ort Quartier.
  • Am 18. Juni 1871 feierte man das Friedensfest anlässlich des Sieges über Frankreich. Dem Gefallenen Theodor Wettstein wurde eine Gedenktafel anlässlich seines Todes am 09.09.1870 in der Kirche angebracht.
  • Am 20. Juli 1875 zog man in einen neuen Schulsaal.
  • Am 28. Dezember 1882 brannte es bei dem Einwohner Stoll. Der Brand konnte auf sein Wohnhaus und die Scheune eingedämmt werden.
  • 1888 wurde vom Lehrer Wilhelm Hollstein ein Gesangsverein und Kirchenchor gegründet.
  • 1893 wurde der Friedhof erweitert und mit neuem Spalier versehen.
  • Am 22.2.1897 wurde ein Kriegerverein ins Leben gerufen.

Chronik Pfullendorf 1166 - bis Heute

  • 1902 wurden erstmalig, nach Aufforderung durch die Kirchenbehörde Kirchengemeinderatsmidglieder gewählt.
  • 1906 erhielt die Kirche eine "gut gehende" Turmuhr.
  • 1911 brachte eine große Dürre eine sehr schlechte Ernte. Der Heuschnitt fiel gänzlich aus.
  • Vom 1.Mai 1912 an werden die Pfarrstellen Hausen, Pfullendorf und Bufleben zusammen in Bufleben verwaltet.
  • Zum Ende des Jahres 1913 wurden die elektrischen Anlagen im Dorf errichtet und am 17.Januar 1914 konnte das Licht das erste Mal den Ort erleuchten.
  • Am 2.August 1914, am Mobilmachungstage des 1.Weltkrieges fand ein Gottesdienst statt, in dem man von den ausziehenden Kriegsteilnehmern feierlich Abschied nahm.
  • 14. November 1915 fand die 1. Gedächtnisfeier in der Kirche statt. Geehrt wurde August Kücher, der am 21. August 1915 bei Gorki in Russland fiel.
  • Am 16. Juni 1917 wurde die große Glocke im Kirchturm zerschlagen und zusammen mit den Zinnpfeifen der Orgel als Schrott für den Kriegsbedarf weggeschafft.
  • Am 2. Weihnachtsfeiertag 1918 wurde der Gottesdienst zu Ehren der heimgekehrten Krieger gefeiert.
  • Der landwirtschaftliche Verein kauft 1922 eine elektrische Dreschmaschine.
  • 1923 brachte die Inflation eine schwere Zeit. Im gleichen Jahr verbindet der Radioapparat die ganze Welt und "bringt die schönste Musik, Gesang und Vorträge aus allen Gebieten zu Gehör".
  • Das Kriegerdenkmal auf dem Friedhof wurde am 22. April 1923 aufgestellt.
  • Am 25.September 1932 wurde ein Jahrhundertgottesdienst in der Kirche abgehalten.
  • Zum Erntedankfest, am 1.Oktober 1933 wurde ein Feldgottesdienst in Bufleben am Mühlhügel für alle drei Orte abgehalten.
  • Die Einwohnerzahl beträgt am 4.11.1934 227 Personen. Davon 55 Ehemänner und 55 Ehefrauen, 1 Witwer und 15 Witwen, 28 Jünglinge und 22 Jungfrauen, 28 Knaben und 23 Mädchen. Die Zahl der Wohnhäuser beträgt 40.
  • Im Oktober 1934 wurde der Kirchturm mit Schiefer bedeckt und der Turmknopf samt den 4 Eckknöpfen vergoldet.
  • 1936 werden die Schulen Hausen und Pfullendorf zusammengelegt. 1944 und 1945 werden alle Kinder in Bufleben eingeschult. Ab 1947 wird wieder in Pfullendorf Schule gehalten.
  • In den Wintern 1941/42 und 1945/46 herrschte große Kälte bis minus 28°C und sehr viel Schnee.
  • Die Maul- und Klauenseuche suchte 1938 den Ort heim und dezimierte den Viehbestand stark.
  • Am 1.September 1939 entbrannte der 2.Weltkrieg. 52 Männer waren zum aktiven Wehrdienst eingezogen.
  • Otto Seeber und Hugo Ritter hissten die weiße Flagge auf dem Kirchturm. So wurde der Ort am 6. April 1945 von den Amerikanern ohne Kampfhandlungen besetzt. Wenn die SS sie erwischt hätte wären sie auf der Stelle standrechtlich erschossen worden. Diese beiden Männer verhandelten auch mit den Amerikanern. Größere Verluste an Vieh, Mobiliar und sonstigen Sachen waren nicht zu beklagen. Nach einigen Tagen verließen die Amerikaner den Ort wieder.                                                           
  • Ende Juni 1945 übernahm die Sowjetunion mit ihrer Militäradministration Thüringen.
  • Am 9.10.1945 wurde Otto Seeber zum Bürgermeister gewählt. Seinem umsichtigen Handeln ist es zu verdanken, dass kein Pfullendorfer Einwohner auf Grund der Entnazifizierung sein Vermögen verloren hat.
  • ca. 1948 hat der Ort 387 Einwohner und 45 Wohnhäuser mit 90 Haushalten.
  • Im November 1948 wurde der große Turmknopf abgenommen um einen Durchschuss zu reparieren und das Hakenkreuz zu entfernen.

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